Lastwagen auf Gegenfahrbahn - Autolenker tot  

         
Grässlicher Unfall auf der A 4:
Berüchtigte Todesstrecke fordert weiteres Opfer
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Bei einem schweren Unfall auf der A 4 bei Humlikon / Adlikon fand ein Fahrzeuglenker den Tod, zwei weitere wurden schwer verletzt.

Den eintreffenden Rettungskräften bot sich heute Morgen, den 20. Januar 2005, kurz vor 7 Uhr auf der Unfallstelle auf der A 4 im Bereich des Wildüberganges «Rütibuck» bei Humlikon ein schlimmes Bild. Zwei völlig zerstörte Personenwagen, ein quer stehender Lastwagen sowie ein Anhängerzug in der Unterführung prägten die Szene.

Nach ersten Abklärungen und Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich steht fest, dass der unfallverursachende Lastwagen kurz nach 6.30 Uhr auf der A 4 von Winterthur Richtung Schaffhausen fuhr und im Unfallbereich direkt bei der Wildüberführung aus bis anhin noch ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn geriet. Dabei kollidierte er zuerst frontal mit einem korrekt entgegenkommenden Personenwagen, der Richtung Winterthur unterwegs war. Durch den massiven Aufprall wurde der 47-jährige Fahrzeuglenker im erfassten Auto sofort getötet. Danach kam es zu einer weiteren schweren Frontalkollision mit einem nachfolgenden Personen-wagen. Auch dieses Auto wurde mas-siv in Mitleidenschaft gezogen und völlig zusammengedrückt. Der 35-jährige Lenker dieses Autos konnte durch die Angehörigen der Stützpunktfeuerwehr Weinland schwer verletzt aus dem Wrack geborgen und mit einem Rega-Helikopter ins Spital geflogen werden.

Der unfallverursachende Lastwagen kam erst nach der Wildüberführung quer zur Fahrbahn zum Stehen. Dessen 31-jähriger Chauffeur wurde beim Unfall ebenfalls schwer verletzt und wurde mit der Ambulanz in das Spital überführt. Bei den Frontalkollisionen mit den beiden Autos wurde die Vorderachse des Lastwagens abgeschlagen und das Fahrzeug somit unlenkbar gemacht. Gleichzeitig wurde der Treibstofftank aufgerissen, sodass Dieselöl in grösseren Mengen auslief und ebenfalls durch die Lösch- und Rettungskräfte aufgefangen werden musste.

Ein hinter den beiden Personenwagen in Richtung Winterthur herfahrender Anhängerzug konnte noch ausweichen und rechtzeitig abbremsen und so einen direkten Zusammenstoss mit dem Lastwagen, den beiden Unfallfahrzeugen sowie weiteren Personenwagen verhindern; er prallte aber dann seitlich an die Mauer der Wildüberführung. Weitere vier Personenwagen wurden ebenfalls leicht beschädigt
Für die Abklärungen des näheren Sachverhaltes wurden verschiedene Spezialisten der Kantonspolizei Zürich und des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich beigezogen. Nach ersten Erkenntnissen der Zürcher Kantonspolizei steht der Unfall nicht in einem Zusammenhang mit einem möglichen Überholmanöver.
Für die Bergung der schwer verletzten wie auch des getöteten Unfall- opfers und für die späteren Aufräum-arbeiten standen bis zu 35 Angehörige der Stützpunktfeuerwehr Weinland im Einsatz. Ein Einsatz, der tadellos war, obwohl diese Arbeit den Feuerwehr-angehörigen an die Nieren geht.

Die vollständige Sperrung der A 4 und der Umleitungsverkehr führten zudem auf dem umliegenden Regionalstrassennetz zu einem grossen Verkehrschaos mit langen Staus. Während Stunden war nur noch ein Fortkommen im Schritttempo möglich. Erst im Laufe des Nachmittages lösten sich die Kolonnen auf, und der Verkehr auf der A 4 begann wieder normal zu rollen.

Jetzt sucht die Kantonspolizei noch Zeugen, die nähere Angaben über den Unfallverlauf machen können. Insbesondere interessiert es die Kantonspolizei, ob unmittelbar vor der Kollision ein Lastwagen Eisstücke von der Karosserie verloren hat.
Allfällige Hinweise sind an den Verkehrszug Winterthur (Telefon 052 208 17 00) erbeten.

Am unfallverursachenden Lastwagen wurde die Vorderachse abgeschlagen. Der Chauffeur wurde schwer verletzt geborgen.

Ähnlicher Unfall vor elf Monaten

Der gestrige Unfall ereignete sich knapp elf Monate nach dem letzten sehr schweren Ereignis auf diesem nicht richtungsgetrennten zweispurigen A-4-Abschnitt zwischen Kleinandelfingen und Henggart. Auch damals wurde ein Fahrzeuglenker leider getötet, weil ein Lastwagen auf die Gegenfahrbahn geraten war. Die beiden Fahrzeugstreifen werden mit einer doppelt ausgezogenen «singenden» Sicherheitslinie getrennt, und es herrscht im gesamten Abschnitt zwischen Henggart und Kleinandelfingen ein Überholverbot.

Unfallstatistik A4

Laut Werner Benz von der Informationszentrale der Kantonspolizei Zürich ereigneten sich auf dem genannten A4-Abschnitt von der Eröffnung der Strasse im Sommer 1996 bis zur Sanierung im Herbst 2000 pro Jahr durchschnittlich 22 Unfälle mit sechs Verletzten und einem Todesopfer. Seit dem Herbst 2000 kam es zu insgesamt 92 Unfällen mit 34 Verletzten und drei Todesopfern.
Auf der gesamten Strecke ist ein Überholen nur an wenigen Stellen möglich; fast überall sind die beiden Fahrstreifen durch eine doppelt ausgezogene «singende» Sicherheitslinie getrennt. Laut Benz werden im bevorstehenden Frühling zusätzlich Plastikpfosten von der Art angebracht, wie sie schon seit April 2003 auf dem Abschnitt Kleinandelfingen – Schaffhausen stehen.





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