Beitrag an den Dorfladen  

         
Die Gemeinde Humlikon unterstützt den Dorfladen auch im kommenden Jahr. Allerdings trägt sie vom Defizit nur noch maximal 20 000 Franken. Mehr erlaubt der Kanton der Steuerfussausgleichsgemeinde nicht.

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Eine eindeutige Mehrheit der 55 anwesenden Stimmberechtigten hat sich dafür ausgesprochen, dass der Humliker Volg auch im kommenden Jahr unterstützt wird. Die Politische Gemeinde wird auch 2005 vom anfallenden Defizit 60 Prozent übernehmen. Allerdings musste der Betrag, anders als in den vergangenen Jahren, auf maximal 20 000 Franken begrenzt werden. Einen höheren Betrag hat die kantonale Direktion der Justiz und des Inneren der Steuerfussausgleichsgemeinde nicht zugestanden. Der Volg wird seit rund 20 Jahren unterstützt. Die jährlichen Defizite sind laut Gemeindeschreiber Stephan Tschachtli von 2000 auf inzwischen rund 37 000 Franken angestiegen. Die Politische Gemeinde hat davon 60 Prozent – oder rund 22 000 Franken – getragen.
«Es handelt sich immerhin um 20 000 Franken Steuergelder», gab einer der Stimmerberechtigten zu bedenken. «Und Henggart ist für Einkäufe ja verdammt nahe gelegen.» Die meisten Humliker wiesen aber auf die Bedeutung einer Einkaufsmöglichkeit vor Ort hin. Gerade für Nichtmotorisierte oder ältere Einwohner sei der Laden im Dorf wichtig. «Geht der Volg zu, wird sicher kein neues Geschäft in Humlikon eröffnet.» Zudem sei dies eine Art Sozialhilfe, ergänzte ein Anwesender. «Ich stecke dieses Geld lieber in unseren Dorfladen, als in ein Zürcher ‹Hotelprojekt›.» Die Hoffnung, dass eine neue Überbauung im kürzlich eingezonten Gebiet zu einem Bevölkerungswachstum und damit zu mehr Volg-Kunden führen könnte, musste Gemeindepräsident Werner Röschli noch zerstreuen. «Die kantonalen Stellen haben sich noch nicht gemeldet, das Einzonungsgesuch dürfte auf die lange Bank geschoben werden.» Laut Röschli zeigt sich der Volg mit der Beschränkung des Beitrages einverstanden. Über drei Jahre, wie dies der Laden erhofft hatte, konnte ihn der Gemeinderat aber nicht zusichern. «In einem Jahr können sich die Rahmenbedingungen ändern, der Kanton könnte die 20 000 Franken aus unserem Budget streichen – dann müssten wir diese durch eine Anhebung des Steuerfusses über den maximalen Ansatz hinaus finanzieren.» Aber die Lösung wäre ja einfach: «Kauft mehr im Dorfladen ein, dann verringert sich auch dessen Defizit.»
Die beiden Voranschläge 2005 der Politischen Gemeinde und der Primarschulgemeinde passierten diskussions- und oppositionslos. Der Gesamtsteuerfuss bleibt weiter auf dem Maximum. Analog zur kantonalen Vorgabe steigt er damit um 1 auf 123 Prozentpunkte. Die Budgets sehen Rückschläge in Höhe von 38 000 und 23 000 Franken vor. Dies entspricht den für Steuerfussausgleichsgemeinden geforderten 10 Prozent des Eigenkapitals der Güter.
Die 55 Stimmberechtigten haben am Freitagabend auch die beiden weiteren Geschäfte unverändert genehmigt. Die Strasse «Unteres Büel» wird im kommenden Sommer für 90 000 Franken saniert. Laut Gemeinderat Heinz Vogt dient dies einzig der Werterhaltung, eine «De Luxe»-Sanierung ist nicht geplant. Zudem wird der Boden der Humliker Turnhalle für 49 000 Franken erneuert. «Es sind Risse entstanden, der Mattenwagen hat gar ein Loch verursacht, die Sanierung ist dringend notwendig», sagte Schulpräsidentin Edith Eggenberger.
Im Rahmen der Mitteilungen wies Gemeindepräsident Röschli unter anderem auf das anstehende Jubiläum hin. Im kommenden Jahr sind seit der erstmaligen Erwähnung von Humlikon 777 Jahre vergangen. Verschiedene Veranstaltungen sollen ermöglichen, dass sich «das ganze Dorf trifft».

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