Erfreuliche Resultate für das Weinland
bei der Zürcher Weinlese 2004  

Weinlese in Humlikon

Trotz Verzögerungen bei der Ernte durch das nasskalte Herbstwetter wurden überdurchschnittliche Werte erzielt

Adlikon beim Blauburgunder und Rickenbach beim Riesling x Sylvaner waren bei der Weinlese die Spitzenreiter im Weinland.

Adlikon -Mit Spannung wurden die Resultate der Zürcher Weinlese erwartet, nachdem man 2003 mit einem Jahrhundertjahrgang verwöhnt worden war. Im Laufe des Sommers zeichnete sich aufgrund der Witterung wieder eine gute Ernte ab. Nach einem goldenen Start Anfang September stellte sich jedoch die Grosswetterlage Mitte September radikal um. Nasskaltes Herbstwetter verzögerte die Ernte. Doch die Winzer zeigten Nerven und warteten mit der Ernte zu, was sich in hervorragenden Qualitäten auszahlte. Praktisch alle Winzer und Weinmacher wurden von überdurchschnittlichen Werten positiv überrascht.

Gute Resultate fürs Weinland

Die Rangliste der Gemeinden zeigte ein überraschendes Bild: Beim Blauburgunder erreichte Adlikon den Spitzenplatz im Weinland. Auf den 1,64 Hektaren Blauburgunder sind pro Quadratmeter 649 Gramm mit 91,0 Grad Öchsle geerntet worden. Ebenfalls unter den zehn besten Zürcher Gemeinden findet man Unterstammheim (10,97 Hektaren) mit 90,6 Grad Öchsle und einem Ertrag von 729 Gramm pro Quadratmeter.

Beim Riesling x Sylvaner findet man unter den zehn Spitzenplätzen Rickenbach als beste Weinbaugemeinde der beiden Bezirke Andelfingen und Winterthur. Auf den 156 Aren sind 764 Gramm pro Quadratmeter mit 79,0 Grad Öchsle gelesen worden.

42 Weinsorten im Bezirk

Im Bezirk Andelfingen, wo 42 verschiedene Weinsorten angebaut werden, erreichte man beim Blauburgunder (139,67 Hektaren) ein Bezirksmittel von 87,6 Grad Öchsle und einen Durchschnittsertrag von 777 Gramm pro Quadratmeter. Der Riesling x Sylvaner (54,28 Hektaren) wurde mit 75,0 Grad Öchsle und einem Ertrag von 962 Gramm pro Quadratmeter gelesen. Mit 104,5 Grad Öchsle erreichte der Solaris bei einer Fläche von 142 Aren (329 Gramm pro Quadratmeter) die höchste Gradation. Die Neunzigermarke haben der Kernling mit 92,5 Grad Öchsle (6 Aren), der Léon Millot mit 95,4 Grad Öchlse (28 Aren), der Maréchal Foch mit 92,6 Grad Öchsle (0,44 Hektaren), der Pinot Gris mit 91,7 Grad Öchsle (3,32 Hektaren) und der Würzer mit 92,0 Grad Öchsle (8 Aren) erreicht.

Die Arbeit des Weinbauern zahlt sich aus: Die Qualitäten lagen bei der Zürcher Weinlese 2004 meist über dem langjährigen Mittel.

Weinhandel verliert an Bedeutung

Andelfingen - Gemäss einer vom Zürcher Rebbaukommissär Andreas Wirth erstellten Statistik wird deutlich, dass immer mehr Traubenproduzenten auf Selbstvermarktung setzen. Der Handel übernahm vom Jahrgang 45,7 Prozent der Zürcher Trauben, während bereits 44,5 Prozent der gesamten Ernte direkt auf dem Weinbaubetrieb gekeltert wurden. Die restlichen 9,9 Prozent entfallen auf Lohnkelterungen, bei denen der Traubenproduzent seine Ernte teilweise oder ganz Keltereien zur bezahlten Verarbeitung übergibt, nach der Flaschenfüllung wieder zurücknimmt und selber vermarktet. Der Anteil ist wohl noch etwas höher, weil verschiedene Kellereien die gesamte Ernte käuflich übernehmen und der Traubenproduzent wieder einen Teil oder alles zurückkauft. Diese Mengen sind in der Statistik unter Traubenkauf erfasst und nicht detailliert entschlüsselt.

Die Statistik zeigt aber auch auf, dass die beiden Hauptsorten Blauburgunder und Riesling x Sylvaner immer mehr an Bedeutung verlieren. Der Anteil von Blauburgunder ist seit 1990 von 64 Prozent (391 Hektaren) auf 58 Prozent (357 Hektaren) im Jahre 2004 zurückgegangen. Markanter büsste auch der Riesling x Sylvaner seine Anteile ein. 1990 waren immerhin noch 193 Hektaren (32 Prozent) mit dieser Sorte bestockt. Seither nahm diese Fläche bis in diesem Jahr stetig auf 145 Hektaren (23 Prozent) ab. Anderseits legten die Spezialitäten - es sind in diesem Jahr 71 erfasst - von 28 Hektaren (5 Prozent) auf 117 Hektaren (19 Prozent) zu.

 

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