777 Jahre Humlikon  

         
Gemeinde feiert eine «Schnapszahl»

Das Freiherrengeschlecht «von Humlikon» lässt sich 1228 erstmals belegen. Grund genug für die Gemeinde Humlikon, das 777-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr mit verschiedenen Aktivitäten zu feiern.

«Ich war einfach derjenige, der gerechnet hat», meint der Gemeindeschreiber Stephan Tschachtli auf Anfrage. Er hat den Anstoss dazu gegeben, 2005 ein 777-Jahr-Jubiläum zu feiern. Die «Schnapszahl» bezieht sich auf das Jahr 1228, als das Freiherrengeschlecht «von Humlikon» in einer Verkaufsurkunde erstmals erwähnt wurde. Es verschwand im 14. Jahrhundert zwar wieder, sein Wappen mit dem weissen Einhorn ist dem Weinländer Dorf jedoch erhalten geblieben. Die alemannische Siedlung «Humlicon» selbst ist geschichtlich erst 1230 belegt. Um die erste Erwähnung des Freiherrengeschlechts gebührend zu feiern, sind ein Neujahrsapéro, zwei Bannumgänge und am 9. und 10. Juli ein Dorffest geplant. Dieses soll sich ausschliesslich an die Dorfbevölkerung richten. «Es soll jüngere und ältere Humliker zusammenbringen», sagt Tschachtli.
Um ein ansprechendes Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, ist ein Organisationskomitee gegründet worden, in dem die Dorfvereine mitwirken. Stattfinden wird das Fest nicht in einem Festzelt, sondern in der bestehenden Infrastruktur, wahrscheinlich im oder beim Schulhaus. Es wird einen Spielnachmittag, ein Abendessen und einen Brunch umfassen. Eine Festschrift ist nicht vorgesehen. Wer sich für die Geschichte Humlikons interessiert, wird unter anderem in der zweibändigen «Geschichte der Kirchgemeinde Andelfingen» von Emil Stauber und in der Chronik «Der stille Wandel» von Alfred Spaltenstein fündig. Für die Aktivitäten anlässlich des Jubiläums hat die Politische Gemeinde im Budget 2005, 5000 Franken eingeplant. Das Dorffest soll allerdings selbsttragend sein.

Trauriger Jahrestag
Das letzte grosse Jubiläum hatte die Gemeinde, die derzeit 429 Einwohner zählt, 1997 zu feiern, als sie auf 125 Jahre politische Selbständigkeit zurückblicken konnte. Ganz im Stillen gedachte sie im September 2003 einem traurigen Jahrestag. Damals war es 40 Jahre her, seit bei einem tragischen Flugzeugunglück in Dürrenäsch 43 Dorfbewohner ums Leben gekommen waren. Auf Wunsch der Bevölkerung habe man diesen Jahrestag «sang- und klanglos vorbeiziehen lassen», berichtet der Gemeindeschreiber. Um der Verstorbenen zu gedenken, habe der Gemeinderat beim Denkmal in Dürrenäsch einen Kranz niedergelegt.

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