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| 25.5.2005 ZIVILSCHUTZORGANISATION WEINLAND «Zum ersten Mal ein sinnvoller Dienst» Auf den Beginn dieses Jahres von den 24 Gemeinden des Bezirks Andelfingen gegründet, hat die Zivilschutzorganisation (ZSO) Weinland ihre erste Übung durchgeführt - mit vielfältigen Einsätzen. «Ich leiste seit zehn Jahren Zivildienst», sagt ein kräftiger Mann, während er mit einer Schaufel so genannten Netstaler Bruch verteilt, «jetzt erlebe ich zum ersten Mal, dass wir etwas Sinnvolles tun. Und etwas, das man nachher noch sehen kann.» Der Mann gehört zur Equipe, die im steilen «Lauberen»-Abhang südlich von Marthalen den Wanderweg, der am «Schluchebrünneli» vorbeiführt, saniert. Beim Netstaler Bruch handelt es sich um einen Naturstrassenbelag aus feinem Kalksteinschotter. Der Wanderweg war durch den Regen derart ausgeschwemmt, dass er gesperrt werden musste. Im Kontakt mit dem Gemeinderat Marthalen war die ZSO zum Auftrag gekommen. «So müssen wir nur für das Material aufkommen», sagt Forstvorsteher Paul Mayer, «inklusive der Arbeitsstunden würde uns die Sanierung das Doppelte kosten, nämlich etwa 25 000 Franken.» Peter Schmanau, einer der drei stellvertretenden Kommandanten der ZSO Weinland, ist froh um solche Aufträge: «Sie sind ideal, um die Leute der Unterstützungszüge auszubilden und einzusetzen. Wir werden die Gemeinden auffordern, uns solche Instandstellungsarbeiten zu melden.» Die ZSO-Truppe hat ganze Arbeit geleistet: Neben dem Wanderweg sanierte sie auch einen Sitzplatz samt Feuerstelle. Und weil die Männer so gut vorankamen, wurde ein Teil nach Andelfingen auf den Müliberg geschickt, um dort an Spazierwegen Treppen zu erneuern. Der ZSO Weinland gehören in den fünf Formationen «Führungsunterstützung», «Schutz und Betreuung», «Kulturgüterschutz», «Unterstützung» und «Logistik» insgesamt rund 270 Mann im Alter von 20 bis 40 Jahren an. Zum Vergleich: In den zehn Zivilschutzorganisationen, die es im Bezirk Andelfingen bis zum Ende des letzten Jahres gab, waren 1400 Mann eingeteilt. Zu den 270 kommen noch 400 Reservisten, die bei Katastrophen und in Notlagen aufgeboten werden können. Die Anlagen der früheren Zivilschutzorganisationen werden weiterhin gewartet; die Standorte der neuen ZSO sind Andelfingen, Henggart, Ossingen und Feuerthalen. An der ersten Übung, die für das Kader am Donnerstag und für die Truppe am Montag begann und die gestern zu Ende ging, standen 150 Mann im Einsatz. Die Führungsunterstützung war mit dem Aufbau und Betrieb des Funkverkehrs beschäftigt und richtete im Andelfinger Werkhof «Fuchsehölzli» den Kommandoposten ein. Der Logistikzug kümmerte sich um die Verteilung der neuen Bekleidung und des Materials sowie um die Transporte. Diesem Zug gehört auch die Küchenequipe an, die in der Zivilschutzanlage beim Sekundarschulhaus dafür sorgte, dass alle Dienstleistenden jeweils zu einem Znüni, zu einem währschaften Mittagessen (mit Gemüse oder Salat, wie Küchenchef Alex Manser betonte) und zu einem Zvieri kamen. Übernachten konnten alle Männer zu Hause. «Endlich einmal ein Dienst mit sinnvollen Aufgaben!» Das war nicht nur von der Unterstützung am Wanderweg, sondern auch im «Fuchsehölzli» von den in der Betreuung Eingeteilten zu hören. Sie hatten für die Kinder der Heilpädagogischen Sonderschule Humlikon einen Erlebnisparcours mit elf Posten eingerichtet. Dabei waren zum Beispiel an der Fussball-Torwand, beim Minigolf und beim Pfeil- und Büchsenschiessen sportliche Fähigkeiten oder eine geschickte Hand gefragt. An einem Posten hatte ein Kind eine Zeichnung herzustellen, wobei die andern seiner Gruppe möglichst schnell herausfinden sollten, was sie darstellte. An einem andern Posten hatten sich die Kinder verschiedene Gegenstände, die auf einem Tisch lagen, zu merken und sie, nachdem sie ein Betreuer zugedeckt hatte, aufzuzählen. Im Zelt des Sanitätspostens bekamen die Kinder einen Druckverband verpasst. «Die Betreuung von Personen gehört zu den Kernaufgaben des Zivilschutzes», sagte Kommandant Thomas Schaller. Bei allem Lob, das seine Leute über die erste Übung der neuen ZSO Weinland äusserten, musste Schaller einräumen, «dass noch nicht alles durchorganisiert ist». Würde zum Beispiel, wie neulich in Winterthur, in einem Weinländer Dorf eine Hausfassade einstürzen, müsste für die Alarmierung noch stark improvisiert werden. Erste Anlaufstelle in der ZSO ist nach den «Blaulichtorganisationen» Feuerwehr, Polizei und Sanität die Sicherheitskommission, die aus fünf Gemeinderäten besteht und die das ZSO-Kader benachrichtigt. Schaller strebt an, dass seine Leute in spätestens vier Stunden vor Ort sein werden. |
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