Bald an der Schmerzgrenze  
         
Volg Laden in Humlikon

Wie lange wird die Landi Henggart den defizitären Laden in Humlikon noch betreiben?

Noch liegt der Umsatz über der Schmerzgrenze.


Als sich der «Landbote» meldete, war Ernst Thalmann, der Präsident der Landi Henggart, gerade im Begriff, einen Brief an die Adresse der Gemeinde Humlikon aufzusetzen: Er wollte den Stimmberechtigten danken, dass sie an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend auch für das nächste Jahr einen Defizitbeitrag von 20 000 Franken für den Dorfladen bewilligt haben.

20 000 Franken ist viel Geld – nur: Das Defizit im Humliker Laden beträgt mittlerweile über 38 000 Franken im Jahr. Kann es sich die Landi Henggart leisten, den Laden weiterzuführen? Präsident Thalmann: «Allein betriebswirtschaftlich kalkuliert, müssten wir den Laden natürlich längstens aufgeben. Aber wir machen eine Mischrechnung. Es gibt auch Humliker, die im Henggarter Laden, wo Frischfleich erhältlich ist, posten. Und es gibt auch Humliker, die in unserer Landizentrale landwirtschaftliche Artikel einkaufen.»
Die Vertreter der Landi Henggart treffen sich jedes Jahr mit dem Humliker Gemeinderat, um die Situation neu zu analysieren. Das letzte Mal wurde erkannt, dass sich bei den Personalkosten nichts einsparen liess: Der Laden ist ohnehin nur am Vormittag geöffnet. «Das Problem liegt am mangelnden Umsatz», sagt Thalmann. Auf den Umsatz bezieht sich denn auch die Schmergrenze, die sich die Landi-Verantwortlichen gesetzt haben. Sie liegt bei 350 000 Franken. Im letzten Jahr betrug der Umsatz noch 375 000 Franken. Im laufenden Jahr dürfte er etwa die gleiche Höhe erreichen. In seinem Dankesbrief fügte Thalmann denn auch die Hoffnung an, die Humliker möchten doch wieder vermehrt von der Einkaufsmöglichkeit im eigenen Dorf Gebrauch machen.
Nebenbei gesagt: Die Schliessung des Ladens hätte für die Gemeinde auch zur Folge, dass sie die Mietzinseinnahmen (das Gebäude ist im Besitz der Gemeinde) nicht mehr hätte.

Nächstes Jahr von neuem:
An der Gemeindeversammlung war der Defizitbeitrag unbestritten. Offensichtlich hatten weder der Gemeinderat noch die Stimmberechtigten Lust, die lange Diskussion, die sie vor einem Jahr geführt hatten, zu wiederholen. Gemeindepräsident Werner Röschli betonte, der Kanton toleriere keinen höheren Beitrag als die 20 000 Franken – und dies wiederum nur für ein Jahr.
«Nächtes Jahr kommt das Thema von neuem auf den Tisch», kündigte Röschli an.


Auch die übrigen Traktanden der Gemeindeversammlung stiessen auf einhellige Zustimmung:
Der Gemeinderat kann der Kehrichtorganisation Wyland den Wiederbeitritt beantragen.

Das Wahlbüro wird von acht auf sechs Mitglieder reduziert, weil das Wahllokal am Samstagabend nicht mehr geöffnet ist.


Dank günstigen Arbeitsvergaben konnten die Henggarterstrasse und die Werkleitungen in der Brunnengasse mit wesentlich weniger Kosten erneuert werden, als die bewilligten Kredite erwarten liessen.


Für den Neubau der Wasserleitung Rüti – Riet wurden 470 000 Franken und für die Sanierung der Duschanlage im Turnhallengebäude 65 000 Franken bewilligt.


Die Budgets 2006 listen Ausgaben von 2,131 Millionen (Politische Gemeinde) respektive 908 000 Franken (Primarschule) auf.
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