Rheinfall als Reinfall ? ![]()
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Rheinfall zurzeit
besonders gefragt Seit Jahren wird am Rheinfall geklagt, dass der grösste Wasserfall Europas weniger Touristen anlockt. Nun kommt die Natur den Touristikern zu Hilfe: Ungewohnt viele Besucher für den Winter kommen, weil sie den Rheinfall mit extrem wenig Wasser sehen wollen. Ein
verregneter Mittwochnachmittag im Februar: Eigentlich würde man kaum Touristen am Rheinfall vermuten. Es sind aber gut
zwei Dutzend dort. Werner Huggel kam gestern vom Zürichsee an den Rheinfall in Neuhausen
- weil der zurzeit so wenig Wasser führt. Auch Fredi Schwab reiste - mit einem Kollegen
und zwei Kindern im Schlepptau - aus demselben Grund aus dem Zürcher Weinland an. Er
wurde durch einen Fernsehbeitrag auf das seltene «Schauspiel» aufmerksam. Ein Paradoxon:
Der Rheinfall präsentiert sich so wenig imposant wie selten und gewinnt an
Anziehungskraft. Der Rheinfall als Reinfall wird sozusagen zum attraktiven Sonderfall. «Am vergangenen Sonntag schauten allein 600
Touristen bei uns im Informationszentrum vorbei», sagt Christian Niederer von
Schaffhausen Tourismus und Leiter Info Shop. «Und längst nicht alle kommen zu uns
rein.» Zum Vergleich: An einem Sonntag im Sommer betreten rund 2000 Touristen den
Info-Pavillon. «Dann sind vielleicht 5000 oder 6000 Touristen vor Ort», schätzt
Niederer. Einmaliger
Anblick Seit dem 11. Mai existiert der neue
Info-Pavillon auf Neuhauser Rheinseite. «Seit über zehn Jahren wird geklagt, dass
weniger Touristen hierher kommen», sagt Niederer. Zudem würden die meisten nicht lange
verweilen. «Dabei sind wir die touristische Hauptattraktion in der Schweiz», sagt er und
zückt eine Rangliste der «Sonntags Zeitung», die vor etwa drei Jahre erschien. Der
Rheinfall liegt mit 1,8 Millionen Besuchern jährlich deutlich an der Spitze, gefolgt vom
Zoo Basel (1,4 Millionen) und dem Zoo Zürich (1,2 Millionen). Nun kommt die Natur
ausgerechnet im unwirtlichen Winter den Touristikern zu Hilfe, mit einem einmaligen
Anblick. «Ich habe das noch nie erlebt», sagt Werner Mändli. Er muss es wissen: In der
vierten Generation betreibt er den Fährdienst am Rheinfall. Bislang konnte er am
Aussichtsfelsen noch nicht anlegen, was aber nichts mit dem extrem tiefen Wasserstand zu
tun hatte. «Bis jetzt war es zu eisig auf dem Felsen.» Im Durchschnitt stürzen 700 Kubikmeter
Wasser pro Sekunde über die Felsen.
Gestern waren es nur noch 136 Kubikmeter pro Sekunde. Eine Tafel am Rhein nennt als
Minimum 95 Kubikmeter pro Sekunde im Jahr 1921. Erinnerungstafel nicht trockenen
Fusses zu erreichen |
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