Um Wohnraum für 100 neue Einwohner
anzubieten, wollte Humlikon Land einzonen.
Jetzt widersetzt sich die kantonale Baudirektion den Plänen definitiv: Der Fluglärm
störe zu stark, und der Gemeinde fehle ein direkter S-Bahn-Anschluss.
Die Planung begann vor sechs Jahren. Immer wieder Besprechungen,
Verhandlungen, Vorstösse, Studien. Zwischenzeitlich neue Hoffnung, als der Flugbetrieb in
Kloten anders geregelt wurde. Jetzt hat der Gemeinderat wieder Post von der kantonalen
Baudirektion bekommen. Und darin heisst es unmissverständlich: Erstens das
Einzonungsbegehren für das Gebiet «Gispert» (das sich heute in der Reservezone
befindet) bleibt wegen der Fluglärmbelastung sistiert. Zweitens das Areal «Gern»
kann nicht eingezont werden, weil es nicht in dem durch den kantonalen Richtplan
festgelegten Siedlungs-, sondern im Landwirtschaftsgebiet liegt.
Mit der Einzonung von «Gispert» und «Gern», am südöstlichen
Dorfrand gegen Henggart zu gelegen, wollte sich die Gemeinde die Möglichkeit zur
Weiterentwicklung geben. Denn sie verfügt kaum mehr über Baulandreserven. Mit der
etappenweisen Überbauung der insgesamt 1,5 Hektaren umfassenden Parzellen hätte die
Gemeinde, die 439 Einwohner zählt, allmählich um rund 100 Personen und ein Dutzend
Arbeitsplätze wachsen können.
Die Pläne werden nun schubladisiert, gab Gemeindepräsident Heinz
Vogt an der Gemeindeversammlung vom Montagabend bekannt. «Das ist für uns schon deshalb
sehr ärgerlich, weil Humlikon ja nur wegen einzelner Flugzeuge am Abend vom Fluglärm
betroffen ist.» Auch das weitere Argument der Baudirektion, die Gemeinde verfüge nicht
über einen eigenen S-Bahn-Anschluss, mag Vogt nicht gelten lassen: «Bis zum Bahnhof
Henggart ists ja nur ein Katzensprung. Mit dem Postauto dauert die Fahrt weniger lang als
die Busfahrt von einem Winterthurer Aussenquartier zum Hauptbahnhof.»
Für die traktandierten Geschäfte benötigte die
Gemeindeversammlung nicht viel Zeit. Die Jahresrechnungen der Politischen und der
Primarschulgemeinde, präsentiert von Rosmarie De Martin und Carlos Oehninger, fanden mit
ihren Ertragsüberschüssen von 162 000 respektive 38 000 Franken ebenso die einstimmige
Genehmigung der 65 Anwesenden wie die Abrechnung über die Sanierung des Turnhallenbodens,
die 1400 Franken unter dem bewilligten Kredit von 49 000 Franken blieb. Ebenfalls glatt
über die Bühne ging die Wahl der sechs Wahlbüromitglieder und von Benjamin Fehr als
Vertreter Humlikons in der Zürcher Planungsgruppe Weinland.
Rinnendes Reservoir
Im Zusammenhang mit dem beschlossenen Ausbau des Alters- und
Pflegeheims Rosengarten in Kleinandelfingen zeigte sich Gemeindepräsident Vogt besorgt
über die auf die Gemeinde zukommenden Kosten 507 000 Franken in diesem und den
nächsten drei Jahren: «Da ists für eine Finanzausgleichsgemeinde nicht einfach, endlich
wieder auf eigene Füsse zu kommen.»
Im Weiteren gab der zurückgetretene Gemeindepräsident Werner
Röschli bekannt, dass sich bei der Erneuerung der Steuerung der Wasserversorgung
Komplikationen ergeben hatten: Die Brunnenstube sei nach den Bauarbeiten nicht mehr dicht
gewesen, was zusätzliche Abklärungen nötig gemacht und neue Umtriebe verursacht habe.
In einigen Tagen sollte aber die Wasserversorgung in der Gemeinde mit befriedigendem Druck
funktionieren.
«Werner, du warst ein guter Presi», sagte Vogt zur
Verabschiedung seines Vorgängers. Für seinen Einsatz im Dienste der Gemeinde (je 16
Jahre in der Primarschulpflege und im Gemeinderat) erhielt Röschli ein inhaltsschwangeres
Couvert und den kräftigen Applaus der Versammlung.
Ebenfalls geehrt wurde die scheidende Primarschulpflegepräsidentin Edith
Eggenberger, und zwar von ihrer Nachfolgerin Sandra Zindel und, in Gedichtform, von Lehrer
Armin Binotto. Eggenberger gab ihrem Bedauern Ausdruck, dass Adlikon (wegen der
Neuausrichtung auf Kleinandelfingen) die 25-jährige Zusammenarbeit in Sachen Kindergarten
gekündigt hat. Im Übrigen habe die Humliker Schulpflege eine Beteiligung am
Fusionsprojekt der Primarschulen Andelfingen und Kleinandelfingen eingehend geprüft, dann
aber davon Abstand genommen: «Wir müssten mit unseren 40 Kindern nur die dortigen
Klassen auffüllen. Das würde einerseits hohe Transportkosten verursachen und anderseits
die Schliessung unseres eigenen Schulhauses bedeuten.» So sollen denn in Humlikon
weiterhin zwei Dreiklassenabteilungen geführt werden.