Die Post in Henggart Die Huemliker Post Heidi und Theo Flacher Glockenturm auf der Huemliker Post Eingang zur neuen Post 1993 Postkutsche, ab 1830
Post, ab 30.10.2006 Post, bis 28.10.06 Postfest 17.April 2004 Post - Turm 1999 Eingang 1993 Postkutsche ab 1830

Eine Geschichte der Post oder eine Postgeschichte ?

Lange bevor im Flaachtal die ersten Poststellen der damals noch kantonalen Post errichtet wurden,
bestanden dort regelmässige Postverbindungen. Von Marthalen aus ging jeden Donnerstag ein Bote
zu Fuss nach Zürich. Die Postgegenstände, Briefe und Zeitungen wurden in einer Chrätze (Korb aus Weide)
auf dem Rücken getragen.
Später, schon  anfangs 1830 ging dieser Transport per Achse mit Pferd und
Wagen. Der Botenweg führte über Flaach und die Strasse um den Irchel herum nach Zürich. Personen wurden
keine befördert, dagegen überbrachte der Zürcher Bote namentlich Roh- und Fertigfabrikate der Seidenindustrie,
die zur damaligen Zeit in dieser Gegend ziemlich stark verbreitet war.


Neben der beschriebenen Route, hatte sich auf dem alten Verkehrsweg  Schaffhausen – Winterthur ein reger
Handel entwickelt. Als nach 1830 die Strassen besser ausgebaut und neue Strassenzüge angelegt wurden,
errichtete die immer noch kantonale Post zur bestehenden gut funktionierenden Route noch weitere Postwagenkurse.
Allgemein machte sich in den Jahren um 1840 auf der Landschaft ein Aufblühen von Handel und Verkehr geltend.
In Marthalen, Berg am Jrchel und Volken sowie weiteren Gemeinden dieser Umgebung entstanden Poststellen.

Das erste und einzige kantonale Postbüro im Bezirk war seit 1830 dasjenige von Andelfingen (Humlikon gehörte
von 1798 bis 1817 zu Andelfingen). Von dort aus wurden die mit den Postwagen eingetroffenen Postsachen,
Briefe und Zeitungen in die umliegenden Gemeinden gebracht. Bote und Kreisbriefträger Mooser Heinrich brachte
wöchentlich viermal, je Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstags die Postsachen von Andelfingen nach Humlikon,
Henggart Adlikon und Niederwil. Seit dem 1. September 1854 wurden diese Botenkurse täglich ausgeführt.
Nach dem Rücktritt von Heinrich Mooser amtete ab 16. Januar 1856 Jos. Karrer als Bote und Kreisbriefträger.

Am 16. April 1857
eröffnete die Rheinfallbahn ihren Betrieb. Dies brachte eine wesentliche Umgestaltung der
Postverbindungen in der ganzen Gegend. Der Botendienst von Andelfingen entfiel.

Ablagehalter Heinrich Frauenfelder und nach dessen Rücktritt ab 1. März 1858 Felix Frauenfelder in Henggart
musste die Postsachen einmal täglich in Henggart, Adlikon, Humlikon und Niederwil vertragen. Frauenfelder war
im ganzen Zustellgebiet als der frohmütige „Postfelix“ bekannt. Ein Briefeinwurf war noch nicht vorhanden, man
gab daher dem Boten allfällig abgehende Postsachen mit, damit er sie in Henggart zur Post bringe.
(Heute nennt man dies wohl Hausservice!).

Auf den 1. August 1869
erhielt der Weiler Humlikon (wir gehörten bis 1872 politisch noch zu Adlikon) eine eigene
Postablage. Lieutenant Eduard Knöpfli versah bis 30. Juni 1881 den Postdienst in Humlikon, die jedoch nur die
Aufgabe der Postsachen betraf. Erst ab dem 1. April 1875 wurde auch der Zustelldienst dem Ablagehalter übertragen.

Am 1.November 1873
wurde ein Doppelpostkurs zwischen Flaach und Henggart errichtet. Die direkte
Verbindungsstrasse (jetzige Flaachtalstrasse) wurde in den 60er Jahren gebaut. Daher kursierte der Postwagen
von Dorf direkt nach Henggart. Die Gemeinde Humlikon erbaute auf eigene Kosten die Verbindungsstrasse vom
Weiher durch das Dorf Richtung Henggart um zu erreichen, dass der Postwagen durch das Dorf Humlikon kursieren
müsse.

Ab 1875
berührten die Postkurse Richtung Flaach auch unsere Gemeinde.

Der Postwagen fuhr zweimal täglich. Abfahrt am morgen in Flaach um 06.40 Ankunft in Henggart um 07.25 Uhr
am Abend 17.30 ab Flaach mit Ankunft in Henggart um 18.15 Uhr. Von Henggart Richtung Flaach um 08.45,
Ankunft in Flaach um 09.30 Uhr. Abendverbindung um 19.55 ab Henggart mit Ankunft in Flaach um 20.40 Uhr.
Die Passagiertaxe kostete Fr. 1.-

Auf  den 1. April 1879 erfolgte die tägliche zweimalige Zustellung aller Postsachen.

Auf den 30.6.1881 demissionierte Ablagehalter Knöpfli. Als Ablagehalterin wurde Frau Anna Knöpfli gewählt, die
bis 31.08.1899 die Ablage Humlikon leitete.

Die Weiterführung der Postkurse über den Rhein war schon bei der Errichtung derselben ins Auge gefasst worden.

Im Jahre 1889
fuhren die ersten Postwagen durchgehend bis nach Rüdlingen. Nach der Eröffnung der Bahnlinie
Schaffhausen Eglisau wurde die direkte Verbindung von Henggart bis Rafz errichtet.

Im Jahre 1895
erhielt Humlikon eine Gemeinde-Telephonstation. Im Haus von Fam. Knöpfli, im Riet,(wo jetzt Fam.
Ott wohnt) wurde im ersten Stock ein Telefonaparat installiert. Ankommende Gespräche wurden von den Bewohnern
in der Gemeinde ausgerichtet. Die Verbindungen wurden über Andelfingen hergestellt.
Die Postzustellung erfolgte am
Morgen um 09.15 und am Abend um 19.45 Uhr.

Im Herbst 1914
werden als Folge des Kriegsausbruchs erhebliche Einschränkungen im Postdienst notwendig.
Vorübergehend findet nur noch eine Zustellung statt, und die sechsplätzige Postkutsche verkehrt nur noch einmal
täglich. An Stelle des aufgehobenen zweiten Postkurses wird im Jahr 1915 ein täglicher Fussbotenkurs von Volken
über Dorf – Humlikon nach Henggart errichtet. Somit konnte die zweite Zustellung wieder eingeführt werden.

Mit dem 30.September 1921
hatte die Pferdepost ausgedient. Die Postverwaltung errichtete einen Regie Autokurs.
Von Andelfingen über Flaach nach Rafz, am Sonntag jeweils nach Eglisau. Die Gemeinde Humlikon und das ganze
Flaachtal erfuhren dadurch eine wesentliche Verbesserung der Postverbindungen. Das flinke Postauto kursierte in
jeder Richtung dreimal täglich. Somit fielen die Fussbotenkurse von Volken nach Henggart aus. Gleichzeitig wurde
der Zustelldienst auf die Werktage beschränkt.

Frau Amalie Steinmann, welche am 1.Februar 1899 als Ablageleiterin gewählt wurde, ist auf den 1.August 1921
zur Rechnungsführung verpflichtet worden. Sie musste die Einnahmen und Ausgaben selbstständig aufnehmen und abrechnen.

Auf den 1.April 1924
wurde die Ablage Humlikon in ein Bureau umgewandelt. Frau Amalie Steinmann amtete bis am
31. Oktober 1933 als Posthalterin. Ihr Büro war im Haus von Familie Aebersold, Dorfstrasse 39, untergebracht.

Auf den 1.November 1933 wurde Theodor Flacher, geb.1901
, zum neuen Posthalter gewählt. Im Haus von
Robert Flacher entstand das neue Postbüro. Der Briefkasten hinter einem Fensterladen der direkt ins Postbüro führte
ist noch Zeitzeuge aus der damaligen Postzeit.


Die Postzustellung wurde neu geregelt. Im Sommer erfolgte die Zustellung um 11.00 und um 18.30 Uhr, im Winter um
9.30 und 15.20 Uhr. Ausgerüstet mit einer Ledermappe wo sämtliche Briefe und Zeitungen Platz hatten, einem
Brustriemen mit Karabinerhacken für die Pakete, die  noch mit einer Schnur versehen waren, machte sich der Posthalter
jeweils auf die Zustelltour. Das Restaurant Kreuzstrasse wurde nach dem Zustellgang im Dorf mit dem Fahrrad bedient.
Vielmals dauerte der letzte Zustellgang länger als im Dienstbeschrieb festgehalten !

Im Frühjahr 1948
wechselte das Postlokal über die Strasse. Im Haus an der Dorfstrasse 37 wurde neben der Stube
ein Zimmer als Postbureau hergerichtet. Die Kosten für die Herrichtung des Büros und den Einbau einer Telefonkabine
beliefen sich auf ca 7000.-- Franken. Zu erwähnen sei noch dass die Schalteröffnungszeiten neu geregelt wurden,
so z.B. war am Samstag um 12.10 Schalterschluss. Die letzte Ableitung des Postgutes am Samstag war um 14.47 Uhr.
Immer noch wurden ganzjährig zwei Zustellungen pro Tag ausgeführt.

Bei den am 4.September 1963 in Dürrenäsch verunglückten 43 Humlikern war auch Posthalter Theodor Flacher.
Nebst dem Beruf als Posthalter bewirtschaftete er noch einen Landwirtschaftsbetrieb. Nach dem plötzlichen Ableben
des Posthalters wurde der Postdienst von der Ehefrau des verstorbenen Posthalters  und seinem Sohn unter der
Betreuung der Kreispostkontrolle aufrechterhalten.

Auf den 1.April 1964
wählte die Kreispostdirektion Theodor Flacher, der Sohn des tödlich verunglückten Posthalters
zum neuen Stellenleiter.

Auf den 1.Dezember 1966
wurde Heidi Flacher  als Mitarbeiterin auf das Postbüro Humlikon gewählt.

Ab 5.Juli 1971
wurden aus betrieblichen Gründen  die Schalteröffnungszeiten neu festgelegt.

Montag – Freitag von 06.30 – 07.30/ 10.45 – 11.30/ 16.45 – 18.30 Uhr.
Samstags von 06.30 – 07.30 und von 10.30 – 11.00 Uhr.

Seit dem 20.Oktober 1980 verwendet das Postbureau Humlikon einen Datumsstempel mit Zeitangabe.

Am 22.November 1984
ergab eine Betriebsinspektion 101 Haushaltungen. (1970 = 68 Haushaltungen)
Seit diesem Datum ist der Elektrohandwagen Harbilt auf dem Zustellgang im Einsatz. Bei der gleichen Jnspektion
wurde festgehalten, dass die räumlichen Verhältnisse kaum mehr zu genügen mögen. Eine andere bauliche Lösung
ist nach Möglichkeit zu prüfen.

Auf den Fahrplanwechsel 1988 erhielt Humlikon die Postleitzahl 8457 (vorher 8451)

Am Montag 1.Februar 1993
, kann die Post Humlikon neue Diensträume beziehen. Die Post befindet sich jetzt im
alten Schulhaus, das den dringenden postalischen Platzbedürfnissen entsprechend umgebaut wurde. Seit diesem
Datum ist auch der schöne Werbedatumstempel im Einsatz.

Im 7.Dezember 1993
ergab eine Betriebsinspektion 118 Haushaltungen. Der errechnete Zeitaufwand für die Zustellung
ergab 4Std.40Min. Mit der gleichen Zustellzeit werden heute 180 Haushaltungen bedient.

Am 30. November 2006
wird der Posthalter Theodor Flacher mit seiner Gattin Heidi nach 42 resp. 40 Dienstjahren,
in gleicher Funktion in der Gemeinde Humlikon, pensioniert.

Eine Geschichte der Post oder eine Postgeschichte.................
                                 
                        .................gehört nach 73 Jahren in der Familie von Theodor Flacher der Vergangenheit an.

Postkutsche, ab 1830 Eingang zur neuen Post 1993 Glockenturm auf der Huemliker Post Heidi und Theo Flacher Die Huemliker Post Die Post in Henggart
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    40 Jahre Huemliker Pöschtler 

Hompage der POST

   40 Jahre Huemliker Pöschtler 
120 Jahre Heidi und Theo
11 Jahre im neuen Postbüro

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Liebe HuemlikerInnen,
All die oben erwähnten Ereignisse
am 17.4.2004 waren sicher einen
Grund zum feiern.

{
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     Hier die Bilder vom Heidi und Theo - Post Fest vom 17.4.2004 

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